Nach der Kritik an Markus Gabriel: Die Objektität des Bewusstseins
Im Blogartikel habe ich gezeigt, warum mich die Rede von der bloßen Selbstbildfähigkeit nicht überzeugt. Ich gehe den entscheidenden Schritt weiter: Ich frage nicht nur, wie der Mensch sich deutet, sondern wie Bewusstsein überhaupt wirklich wird.
Die Antwort lautet: Der Mensch ist nicht nur Träger von Subjektivität. Er ist verwirklichtes Bewusstsein – Ausdruck einer Objektität, die sich leiblich in der Welt zeigt.
Nach der Kritik an Markus Gabriel: Die Objektität des Bewusstseins
Im Blogartikel habe ich gezeigt, warum mich die Rede von der bloßen Selbstbildfähigkeit nicht überzeugt. Ich gehe den entscheidenden Schritt weiter: Ich frage nicht nur, wie der Mensch sich deutet, sondern wie Bewusstsein überhaupt wirklich wird.
Die Antwort lautet: Der Mensch ist nicht nur Träger von Subjektivität. Er ist verwirklichtes Bewusstsein – Ausdruck einer Objektität, die sich leiblich in der Welt zeigt.
Ein Buch für alle, die die Grundfrage neu stellen wollen?
Was ist der Mensch?
Diese Frage wird seit Jahrhunderten gestellt – und doch meist so, als stünde hier ein inneres Subjekt
und dort eine äußere Welt. Genau an dieser Stelle setzt mein Buch an.
Die Objektität des Bewusstseins bricht mit dieser alten Denkfigur. Es zeigt, warum die gewohnte Trennung von Subjekt
und Objekt in die Irre führt – und warum Bewusstsein nicht neben der Welt steht, sondern nur wirklich ist,
indem es in seiner Objektität erscheint.
Worum es in diesem Buch wirklich geht
Dieses Buch ist keine trockene Spezialuntersuchung für ein kleines Fachpublikum. Es ist der Versuch, eine der größten offenen Fragen der Philosophie neu zu beantworten:
Wie wird Bewusstsein wirklich?
Meine Antwort: nicht als bloßes Innenleben, nicht als abstraktes Subjekt, nicht als losgelöster Geist – sondern nur in leiblicher Wirklichkeit.
Darum verschiebt dieses Buch die Perspektive. Es fragt nicht bloß nach dem Menschen, sondern nach der Objektität. Nicht: Was denkt ein Subjekt über die Welt? Sondern: Wie ist es möglich, dass Bewusstsein überhaupt Welt hat?
Warum hier der Transzendentalismus im Mittelpunkt steht
Die klassische Transzendentalphilosophie fragt nach den Bedingungen der Möglichkeit von Erfahrung. Mein Buch setzt einen Schritt früher an.
Es fragt nach den Bedingungen der Möglichkeit der Objektität des Bewusstseins.
Das klingt anspruchsvoll, meint aber etwas sehr Konkretes:
Nicht nur unsere Erfahrungen sind erklärungsbedürftig. Schon die Tatsache, dass Bewusstsein überhaupt leiblich in Erscheinung tritt und Welt hat, verlangt nach einer tieferen Erklärung.
Genau hier liegt der transzendentalphilosophische Kern des Buches. Er wird nicht als abstraktes Schulproblem behandelt, sondern als lebendige Grundfrage:
Warum gibt es nicht nur Erfahrung – sondern überhaupt verwirklichtes Bewusstsein?
Was daran neu ist
Viele philosophische Entwürfe schwanken zwischen zwei Polen:
entweder alles wird naturalistisch erklärt – oder das Subjekt wird wieder als etwas Besonderes überhöht.
Ich gehe einen anderen Weg.
Ich behaupte: Der entscheidende Fehler liegt in der künstlichen Trennung von Subjekt und Objekt. Wer diese Trennung einfach voraussetzt, verfehlt schon den Ansatzpunkt. Darum genügt es auch nicht, bloß die Selbstdeutung oder Selbstbildfähigkeit des Menschen zu betonen. Die tiefere Frage lautet, warum Bewusstsein sich überhaupt qua Leib in seine Objektität bringt.
HOSE RUNTER
Von der Bewusstseinstheorie zur Ethik
Dieses Buch bleibt nicht bei einer Theorie des Bewusstseins stehen.
Denn wenn Bewusstsein nicht von seiner Objektität ablösbar ist, dann hat das Folgen für unser Verständnis von Freiheit, Identität, Moral und Verantwortung. Genau deshalb versucht das Buch, die Ethik wieder auf ein dauerhaftes Fundament zu stellen – nicht relativistisch, nicht bloß kulturell, sondern objektiv begründbar.
Das ist der eigentliche Anspruch des Buches:
nicht nur Philosophie zu kommentieren, sondern einen neuen Ausgangspunkt für Anthropologie und Ethik zu schaffen: mit der Theorie für die Praxis, dass Bewusstsein per se leiblich und weltbezogen ist.
Warum das heute wichtig ist
Wir leben in einer Zeit, in der viel über Identität, Freiheit, Selbstbestimmung und gesellschaftlichen Fortschritt gesprochen wird. Aber oft bleibt unklar, worauf diese Begriffe eigentlich gründen.
Genau hier setzt Die Objektität des Bewusstseins an. Das Buch zeigt, warum viele heutige Debatten an der Oberfläche bleiben, solange sie die Leiblichkeit des Bewusstseins und die künstliche Subjekt-Objekt-Spaltung nicht mitdenken.
So wird aus einer philosophischen Grundlagenschrift plötzlich etwas sehr Gegenwärtiges.
Warum Nacktheit im Buch vorkommt – aber nicht der Ausgangspunkt ist
Dieses Buch ist kein bloßes Buch über Nacktheit.
Nacktheit erscheint darin als Prüfstein für etwas Tieferes: für Scham, Leiblichkeit, Aufklärung und die Frage, wie weit unsere Kultur sich noch immer von der eigenen leiblichen Wirklichkeit abspaltet. Sie ist also nicht das Zentrum des Buches, sondern ein besonders aufschlussreicher Fall.
Wer das Buch liest, merkt schnell: Im Kern geht es um Bewusstsein, Objektität, Transzendentalphilosophie und Ethik.
Was du aus diesem Buch mitnehmen kannst
- einen neuen Blick auf Bewusstsein, Leiblichkeit und Wirklichkeit
- eine verständliche Annäherung an eine neu gedachte Transzendentalphilosophie
- eine scharfe Kritik an der alten Subjekt-Objekt-Spaltung
- einen philosophischen Gegenentwurf zu ethischem Relativismus
- eine Perspektive, die Theorie und gelebtes Leben wieder zusammenführt
Für wen dieses Buch geschrieben ist
Dieses Buch ist für dich, wenn du
- philosophisch interessiert bist, und eine neue Theorie für die Prasis kennenlernen möchtest
- nach dem Blogartikel wissen willst, worin mein Gegenentwurf zu Markus Gabriel genau besteht
- einen systematischen neuen Ansatz über das Bewusstsein kennenlernen willst
- dich für Transzendentalphilosophie, Anthropologie, Ethik und (nackte) Leiblichkeit interessierst
Die Kernidee in einem Satz
Der Mensch ist nicht nur Träger von Subjektivität, sondern verwirklichtes Bewusstsein – und genau darin liegt der Schlüssel zu einer neu verstandenen Transzendentalphilosophie und Ethik.
Stimme zum Buch
Herrn Wolfstädter gratuliere ich zu seinem Werk, und zu dessen Originalität.
Es ist ein lesenswerter Wurf, völlig neu und hochinteressant.
Prof. Dr. Roland Duhamel
Wissenschaftlicher Beirat, Verein Deutsche Sprache e. V.
Was liegt hinter der Kritik an Markus Gabriel
Du willst den philosophischen Kern erfahren? Dann ist dieses Buch der nächste Schritt.
Nicht als bloße Stellungnahme. Nicht als Schlagwortsammlung. Sondern als umfassender Entwurf einer neuen Transzendentalphilosophie des Bewusstseins.
- Die Objektität des Bewusstseins führt den Gedanken konsequent zu Ende.
Schnupper ins Werk
Das Exposé zum Werk von Dr. Volker Manz
Die vorliegende Schrift unternimmt es, die Ethik auf eine neue Grundlage zu stellen. Nachdem seit dem frühen 20. Jahrhundert im Zuge der Metaphysikkritik und fundamentalontologischer Ansätze der Versuch einer Grundlegung ethischen Denkens weitgehend verabschiedet, zumindest aber in seiner Bedeutung relativiert wurde, soll ihr nun wieder – oder besser: erstmals – ein dauerhaftes Fundament gegeben werden.
An die Stelle des herrschenden ethischen Relativismus gilt es eine objektive Ethik zu setzen. Das verlangt eine gründliche Untersuchung des eigentlichen Moments unseres Daseins – nicht nur, aber im Sinne einer eingehenden Reflexion vorzüglich des Menschen. Gefunden wird es in einer näheren Betrachtung des Moments des Bewusstseins. Bewusstsein ist immer Bewusstsein von etwas. Dieses etwas ist aber zunächst nichts, das von dem unterschieden wäre, was Bewusstsein hat.
Der Fehler der bisherigen philosophischen Überlegungen liegt darin, dieses „etwas“ mit einem wenn auch unklaren eigenen ontologischen Status versehen zu haben. Aus dieser Subjekt-Objekt-Trennung aber ergeben sich nicht nur zahlreiche Schwierigkeiten, aus den damit eingehenden Missverständnissen erwächst die Krise, die nicht zuletzt jetzt zu Beginn des 21. Jahrhunderts allenthalben zu spüren ist. Denn genauer besehen besteht kein Konflikt zwischen Kulturen oder zwischen vermeintlichen Kulturbewahrern und Kulturpluralisten, sondern tiefer ein Konflikt in der (bestehenden) Kultur selbst.
Diese Objektität des Bewusstseins, die in der Abhandlung breit dargelegt wird, verweist auf die Leiblichkeit. Ohne Leib ist eine Verwirklichung des Bewusstseins nicht zu haben. Gerade dies nicht zu sehen scheint ein wesentlicher Zug der bisherigen Philosophiegeschichte zu sein. Daraus aber ergeben sich gravierende Schwierigkeiten und Fehlentwicklungen der Identität, was in der zeitgenössischen Rede von der Identitätsfalle zum Ausdruck kommt.
Identität wird fälschlicherweise an akzidenziellen Merkmalen festgemacht – nicht nur, aber doch weitgehend und nahezu ubiquitär an den Genitalien. Wird dabei eine binäre Sexualität festgeschrieben, so wird die wahre Identität des Bewusstsein habenden Lebewesens verkannt. In den menschlichen Gesellschaften zeigt sich dies in dem nahezu überall und in allen bisherigen geschichtlichen Epochen vorherrschenden Bekleidungszwang. Haben wir die Objektität des Bewusstseins erkannt, wird das Fehlerhafte dieser Entwicklung deutlich.
Denn dieser Zwang, genauer gesagt die dadurch vollzogene Verhüllung verhindert, wie die Untersuchung aufzeigt, die Einsicht in die je eigene Identität, die in der Leiblichkeit als dem notwendigen Moment des verwirklichten objektitären Bewusstseins besteht.
Damit wird klar: Dem Sapere aude! der Aufklärung des 18. Jahrhunderts, die viel Richtiges angestoßen hat, muss ein Nudare aude! zur Seite, wenn nicht vorangestellt werden. Damit gelangt das philosophische Denken zu einer erstaunlichen und überraschenden, doch aber fundamentalen Einsicht – nämlich, salopp gesagt, die Hüllen fallen zu lassen (genauer gesagt es jedem selbst zu überlassen, ob er dies tut oder nicht)!
Der erste Teil der Schrift widmet sich der Ontologie im Sinne einer echten Anthropologie. Um grob gesprochen das Wesen des Menschen (oder von selbstbewussten Lebewesen allgemein) zu bestimmen, muss die Entwicklung des Bewusstseins betrachtet werden. Gezeigt wird, dass es, damit ein Bewusstsein wirklich wird, Bewusstseinsinhalte geben muss. Ist das Bewusstsein in diesem Sinne grundlegend objektitär, muss aber doch als Bedingung seiner Möglichkeit ein davor befindliches, noch nicht wirkliches Bewusstsein ganz ohne Bewusstseinsinhalte angenommen werden: das metaobjektitäre Bewusstsein.
Bewusstseinsinhalte gibt es indes nur, wenn das Bewusstsein einen Leib hat. Sprich: Wirkliches (in die Wirklichkeit getretenes) Bewusstsein heißt Leib haben. Dasein ist nicht mit dem Menschen gleichzusetzen, wie dies Heidegger noch im frühen 20. Jahrhundert tat, sondern mit der Objektität.
Die Entwicklungsgrundlage dazu findet sich im metaobjektitären Bewusstsein mit seiner Veranlagung zur sinnlichen Wahrnehmung. Hier nun lässt sich die Subjekt-Objekt-Trennung überwinden, denn ein Subjekt mit potenziellem Bewusstsein, aber noch ganz ohne Bewusstseinsinhalte – und damit ohne Leib als Voraussetzung sinnlicher Wahrnehmung –, ist nun nicht mehr denkbar. Ebenso undenkbar ist dann aber auch ein Objekt, das, ganz getrennt vom Subjekt, überhaupt erst in diesem Bewusstseinsinhalte hervorruft.
Im zweiten Teil geht es um den Aufweis einer anthropologischen Ethik auf der Basis der Objektität des Bewusstseins. Haben wir die Subjekt-Objekt-Dichotomie überwunden, lässt sich die Ethik transzendental verankern.
Hierzu muss der metaobjektitäre Entwicklungsprozess des Bewusstseins betrachtet werden: Die Entwicklungsgrundlage ist offen, der Entwicklungsprozess frei. Das aber verweist uns darauf, dass der jeweilige Leib, in dem sich das Bewusstsein verwirklicht, so und nicht anders geworden ist. Dieses Gewordene kann aber auf dieser metaempirischen Grundlage nur gut sein. Im Umgang mit unserer Leiblichkeit zeigt sich aber geradezu eine Verleugnung, der im Zwang, seine „Nacktheit“ zu verhüllen, zum Ausdruck kommt.
Zurückzuführen ist dies darauf, dass wir unsere biologische Geschlechtlichkeit als identitätsstiftend begreifen, obwohl es sich bei den Geschlechtsorganen nur um sekundäre, akzidenzielle Merkmale handelt; die eigentliche Identität ist die Spezies, das Menschsein.
Aus dieser Identitätsverkennung ergeben sich zahlreiche Schwierigkeiten mit teils katastrophalen Folgen. Eine kritische Untersuchung der Scham, aber auch der sprachlichen Entwicklung etwa in den Versuchen einer „geschlechterneutralen“ Bezeichnungsweise zeigt die Fehlentwicklungen, denn dadurch werden die Diskriminierungen nicht überwunden, sondern vielmehr weiter festgeschrieben.
Auf dieser Basis wird im dritten Teil auf einige praktische Aspekte eingegangen, die sich mit dem neuen Prinzip des Nudare aude! ergeben. Ein Blick auf die Freikörperkultur beziehungsweise den Naturismus offenbart Ansätze zu einem anderen Umgang mit der eigenen Leiblichkeit, aber auch die Schwierigkeiten und Unzulänglichkeiten, die den bisherigen historischen Versuchen anhaften.
Eingegangen wird auf Vorbehalte gegenüber dem öffentlichen Nacktsein, aber auch auf einige Inkonsequenzen etwa im Hinblick auf kritische Stimmen zur Verschleierung von Frauen im Islam.
All dies macht deutlich, wie wichtig eine philosophische Grundlegung ist, wie sie die Analyse der Objektität des Bewusstseins durchgeführt hat, denn sie zeigt, dass eine Vollendung der Aufklärung und eine Fortsetzung der trotz aller Einschränkungen verheißungsvollen Zivilisation der Menschheit nur möglich ist, wenn die fundamentale Entfremdung überwunden wird, die sich aus der unhintergehbaren Leiblichkeit des im Menschen sich verwirklichenden Bewusstseins ergibt.
Dem steht nun der Würdebegriff des Menschen entgegen, hat er doch seinen Ursprung gerade in der Spaltung des menschlichen Subjekts von seinem biologischen Leib.
Die „Wiedervereinigung“ ohne Preisgabe der Idee der Menschenwürde scheint also nur möglich zu sein, wenn aus der philosophischen Erkenntnis auch ein entsprechendes Handeln folgt. Die Schlussfolgerungen aus der Objektität des Bewusstseins verweisen so letztendlich auf die Praxis, wie es für eine Ethik nicht anders sein kann.
Philosophie im NUDARE-AUDE-Blog
Warum ich Markus Gabriel widerspreche
Markus Gabriel will den Menschen vor einem plumpen Naturalismus retten. Doch aus meiner Sicht bleibt seine Theorie in der alten Spaltung von Subjekt und Objekt gefangen. Ich setze dagegen die Objektität des Bewusstseins – und zeige, warum auch die Frage nach Scham, Leiblichkeit und Nacktheit philosophisch nicht nebensächlich ist.
Was ist Biopolitik? Eine neue Perspektive
Du bekämpfst im Sinne der feministischen Kritik das Patriarchat – die Nacktheit des Menschen hast du in diesem Zusammenhang aber noch nicht gesehen? Hier erhältst du einen neuen Blick auf die Macht der Biopolitik.
Homo nudus: Mensch, bist du nackt?!
Nackt zu sein heißt heute: entblößt, verletzlich und ja, auch entwürdigt sein. Dass das Gegenteil der Fall ist, zeigt der lateinische Ausdruck „Homo nudus“.




